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Theater

Dürrenmatt hat das deutschsprachige Theater der 1950er und 1960er Jahre massgeblich geprägt. Seine Ästhetik der Distanz bedient sich des Mittels der Groteske . Welterfolge waren vor allem seine tragischen Komödien „Der Besuch der alten Dame“ (1956) und „Die Physiker“ (1962).

Dürrenmatt hat mit seinem Landsmann Max Frisch das deutschsprachige Theater von den späten 1940er bis in die 1960er Jahre hinein massgeblich geprägt. Seine Stücke bilden modellhaftes Welttheater, in dem sich Tragödie und Komödie zur Groteske verbinden. Durch das Stilmittel der Groteske entwickelt er dabei in seinen Tragikomödien eine Ästhetik der Distanz.

Von der Auseinandersetzung mit dem protestantischen Glauben seines Vaters und einer apokalyptischen Welterfahrung ausgehend, entwirft er in seinen Theaterstücken vieldeutige Parabeln, die sich auf das Zeitgeschehen beziehen und zugleich metaphysische Fragen aufwerfen. Seine Stücke thematisieren das moralische Verhalten von Individuum und Kollektiv, ohne jedoch selber eine eindeutige „Moral" zu bieten.

Dürrenmatts erstes Drama, „Es steht geschrieben“, das den Wiedertäuferstaat in Münster (Westfalen) in den Jahren 1533 bis 1536 zum Gegenstand hat, endete bei der Uraufführung 1947 am Schauspielhaus Zürich in einem Theaterskandal. „Romulus der Grosse“, die 1949 uraufgeführte Geschichte vom Untergang des römischen Reichs, kritisiert unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges den heroischen Patriotismus im Dienste des Grossstaats. „Die Ehe des Herrn Mississippi“ (1952), ein Endspiel der politischen Ideologien im Kontext des Kalten Krieges, brachte Dürrenmatt sodann den Durchbruch in Deutschland.

Die tragische Komödie „Der Besuch der alten Dame“ (1956), in der die finanziell allmächtige Claire Zachanassian bei ihrer Rückkehr in die Stadt ihrer Jugend deren moralisches Lügengebäude aus den Angeln hebt, machte ihn schliesslich zum weltberühmten Autor: Nach der Uraufführung in Zürich (Regie: Oskar Wälterlin, mit Therese Giehse als Claire Zachanassian) wurde das Stück unter anderem in Paris im Théâtre Marigny (Regie: Jean-Pierre Grenier und Olivier Hussenot), am Broadway in New York (Peter Brook) und am Piccolo Teatro di Milano (Giorgio Strehler) mit grossem Erfolg gespielt und später auch mehrfach verfilmt.

Mit dem Stück „Die Physiker“ (1962), in dem er die Frage nach der politischen Verantwortung der Wissenschaftler aufwarf, wurde Dürrenmatt in mehreren Saisons zum meistgespielten zeitgenössischen Autor deutscher Sprache. Dürrenmatt suchte stets den engen Kontakt mit dem Theater und den Schauspielern und war 1968-1969 in der Theaterdirektion der Basler Theater engagiert, aus der er im Streit wieder ausschied.

In späteren Jahren wandte er sich - auch aufgrund von Misserfolgen, insbesondere jenem der Komödie „Der Mitmacher“ (1973) - vermehrt der Prosa zu, doch entstanden noch einzelne Theaterstücke und Pläne, insbesondere die Komödie „Achterloo“ (1983), die als verwirrende Geschichts- und Dramencollage zahlreiche Motive des Autors wiederaufnimmt.

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Der Besuch der alten Dame: Uraufführung 1956 im Schauspiel Zürich
Der Besuch der alten Dame: Uraufführung 1956 im Schauspiel Zürich
Der Besuch der alten Dame: Programmheft der Aufführung 1959 in Prag.
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Schlussszene im Meteor: Schwitter (Leonard Steckel) und die Heilsarmee, 1966
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