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Walter Jonas. Maler, Urbanist und Wegbereiter

22. April – 15. Juli 2012

Das Centre Dürrenmatt Neuchâtel widmet dem vielseitigen Künstler und Denker Walter Jonas (1910-1979) eine Wechselausstellung. Neben Porträts kommen insbesondere urbanistische Entwürfe, welche weltweites Aufsehen erregten, in Zeichnungen und Architekturmodellen zur Geltung. Das erstmals öffentlich ausgestellte «Buch einer Nacht» bezeugt ein gemeinsames Projekt und die Verbindung mit Friedrich Dürrenmatt; denn Jonas war - so Dürrenmatt - «aus meinem Leben nicht wegzudenken».


Walter Jonas, in Oberursel / Taunus geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Schweiz, bevor er sich an der Reimann-Schule Berlin bei Moritz Melzer zum Maler ausbilden liess. Geprägt vom deutschen Expressionismus und dem Aufenthalt im avantgardistischen Paris der frühen 30er Jahre, lebte Jonas ab 1935 in Zürich. Er setzte sich mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Genres auseinander. Das Centre Dürrenmatt akzentuiert das Porträtschaffen: Jonas offenbart ein einfühlendes und fragendes Sehen ins Innere seines ihm Modell sitzenden Gegenübers. Dadurch erreicht er eine hohe künstlerische Aussage, welches das Betrachten der Leinwand zu einer Begegnung von Mensch zu Mensch werden lässt.

Am spektakulärsten äussert sich der weite gedankliche Horizont des Künstlers in seinen städtebaulichen Studien. Die anlässlich seiner Brasilien- und Indienreise entstandenen Eindrücke menschenunwürdiger  Grossstadtbehausungen  inspirierten ihn zur Entwicklung seiner trichterförmigen, Intrapolis genannten Wohneinheiten, welche einer wachsenden Erdbevölkerung, der Verstädterung sowie ökologischen, soziologischen und technologischen Gesichtspunkten Rechnung tragen sollten. 

Mit Architekturmodellen, Zeichnungen, Fotografien würdigt das Centre Dürrenmatt Jonas Beitrag zur Urbanistik und zeigt anhand der Korrespondenz mit Persönlichkeiten wie Max Frisch, Iona Friedmann oder Léopold Senghor, ehemaliger Präsident des Landes Senegal, dessen weltweite Beachtung.

Walter Jonas und seine Bedeutung für Friedrich Dürrenmatt
Friedrich Dürrenmatt lernte Walter Jonas 1942 kennen. Das Atelier des Künstlers wurde zu einem Treffpunkt  von künstlerisch und intellektuell Schaffenden verschiedener Länder, die sich teilweise kriegsbedingt in Zürich angesiedelt hatten. Hier bot Jonas auch dem jungen Friedrich Dürrenmatt eine geistige Heimat. Bei den nächtlichen Zusammenkünften entstanden gemeinsame Projekte wie das «Buch einer Nacht» (1943); eine Folge von Texten und Radierungen, welche mitsamt seiner reich dokumentierten Entstehungsgeschichte zum ersten Mal öffentlich zu sehen ist.
 

Videodokumente und ein umfangreiches Material an illustrierten Schriften bereichern die Ausstellung ebenso wie die im Bookshop des CDN erhältliche, kürzlich vom Verlag Scheidegger und Spiess herausgegebene Biografie «Walter Jonas. Künstler. Denker. Urbanist» des Journalisten und Autor Stefan Howald.

Parallel zur Ausstellung findet ein Begleitprogramm statt, welches mittels öffentlichen Führungen und Veranstaltungen einzelne Gebiete der Ausstellung gesondert betrachtet.

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